Wenn ein Autoreifen am Ende seiner Lebensdauer die Mindestprofiltiefe erreicht hat (wie Sie Ihre Profiltiefe richtig prüfen, zeigen wir in unserem Ratgeber), gehört er keinesfalls in den Hausmüll oder in die Natur. Moderne Reifen-Recyclingverfahren sorgen heute dafür, dass nahezu alle Bestandteile eines Altreifens – vom hochwertigen Kautschuk über den Stahlgürtel bis zu den Textilfasern – stofflich oder energetisch wiederverwertet werden.
Der Recyclingprozess von Altreifen in 4 Schritten
Ein moderner Pkw-Reifen ist ein hochkomplexer Verbundwerkstoff aus Kautschuk, Ruß, Kieselsäure (Silica), Stahldrähten und Textilgewebe. Damit diese Rohstoffe getrennt werden können, durchläuft der Altreifen vier Stationen:
- Sammlung, Sortierung und Prüfung: Zunächst werden abgegebene Reifen im zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb gesichtet. Reifen mit intakter Karkasse kommen teilweise für eine Runderneuerung (vor allem im Lkw-Bereich) infrage; verschlissene Pkw-Reifen gehen in die stoffliche Verwertung.
- Mechanische Vorzerkleinerung (Schreddern): Leistungsstarke Schneidmühlen zerkleinern die Reifen in handtellergroße Gummischnitzel (Chips).
- Trennung von Gummi, Stahl und Textil: Nach dem Mahlen zu feinem Gummigranulat oder Gummimehl ziehen starke Magnetabscheider die freigelegten Stahldrähte heraus, während Windsichter die leichten Textilfasern absaugen.
- Weiterverarbeitung zu Sekundärrohstoffen: Das sortenreine Gummigranulat wird nach Korngröße klassifiziert und steht nun als wertvoller Rohstoff für neue Produkte bereit.
Welche neuen Produkte entstehen aus recyceltem Reifengummi?
Aus dem gewonnenen Gummigranulat und -mehl wird eine erstaunliche Vielfalt langlebiger Alltags- und Industrieprodukte hergestellt:
- Fallschutzplatten und Sportböden: Elastische Beläge für Kinderspielplätze, Leichtathletik-Laufbahnen und Kunstrasenplätze
- Flüsterasphalt im Straßenbau: Mit Gummimehl modifiziertes Bitumen macht Autobahnen und Bundesstraßen witterungsbeständiger und senkt das Fahrbahngeräusch spürbar
- Bautenschutz- und Dämmmatten: Schwingungsdämpfende Unterlagen im Hoch- und Schienenbau sowie Antirutschmatten für die Ladungssicherung
- Schuhsohlen, Vollgummiräder und Dichtungen sowie recycelte Rohstoffanteile in neuen Reifen
Wiederverwendung von Stahlgürteln und Textilfasern
Auch die übrigen Bestandteile gehen nicht verloren: Der hochwertig legierte Reifenstahl wird in Stahlwerken eingeschmolzen und zu neuem Baustahl verarbeitet, während die Textilfasern als Dämmstoff oder zur Energiegewinnung genutzt werden.
Fazit: Nachhaltigkeit beginnt schon beim Reifenkauf
Das beste Recycling beginnt damit, vorhandene Ressourcen optimal auszuschöpfen. Genau hier leistet Re-Tire einen wichtigen Beitrag: Indem wir im Re-Tire Reifen-Shop neben fabrikneuen Neureifen auch von Neuwagen demontierte DEMO-Reifen (max. 50 km) und unbenutzte DOT-Reifen aus Lagerüberbeständen vermarkten (mehr dazu im Beitrag Die wichtigsten Reifenkategorien im Vergleich), wird jeder produzierte Markenreifen seiner vollen Nutzungsdauer auf der Straße zugeführt!



